Donnerstag, 4. Februar 2016
Ein einfacher Tag in Bani
Donnerstag, 4.02.2016 -
Heute gehe ich nach dem Frühstück mit Sr.Colette zur Schule – wir verbringen den Vormittag in der SPED-Klasse und dürfen den Lehrern (Madam Pinky und Sir Claro) bei ihrer Arbeit zusehen. Die Kinder malen heute zum ersten Mal mit den Farben die ich mitgebracht habe. Einige sind wirklich kleine Künstler und haben viel Spaß daran. Überraschend kommt heute auch eine Zahnärztin vorbei, die bei verschiedenen Kindern die reguläre Kontrolle vornimmt. Während Madam Pinky und Sir Claro sich mit den Kindern beschäftigen bereiten einige Mütter das Essen vor. Das Budget für das Essen wird jeden Tag bei den Eltern eingesammelt und von diesem Geld wird dann eingekauft. Jeder gibt was er kann, daher kann es sein, dass an einem Tag die Mahlzeit üppiger ausfällt und an anderen Tagen weniger. Das macht Madam Pinky große Sorgen, zumal die Eltern oft das Geld entweder für das Essen oder für den Transport zur Schule ausgeben können. Sie wünscht sich wenigsten 2x pro Woche ein festes Budget für das Essen. Heute Nachmittag treffen wir uns mit Fr.Jonas dann werde ich mit ihm darüber reden.
Zum Mittagessen sind wir wieder bei den Schwestern und nach der Siesta treffen wir uns wie verabredet mit Fr.Jonas in der Kirche. Ich habe auch Dulce Bescheid gesagt, die noch dazu kommt. Wir besprechen die Themen vom Vormittag und Sr.Colette hat auch noch ein paar Themen. Da ich mich nicht an den Kosten für den Ausflug nach Vigan beteiligen durfte gebe ich Fr.Jonas einen Umschlag mit einer Spende. Er hat auch sofort eine Idee was er mit dem Geld machen wird – kurz entschlossen packt er uns alle ins Auto und wir fahren ein paar Kilometer aus der Stadt raus zu einer kleinen Hütte am Straßenrand. Hier wohnt eine 81-jährige Frau deren Hütte vom letzten Taifun stark beschädigt wurde und kurz vor dem Zusammenbrechen steht. Sie wohnt hier alleine, es gibt keine Verwandten die ihr helfen könnten. Von den 500 Pesos die sie im Monat an Einkommen hat könnte sie die Hütte niemals wieder aufbauen. Fr.Jonas möchte ihr direkt neben der alten eine neue Hütte bauen. Die Handwerker, die derzeit an der Kirche arbeiten, haben am Montag Zeit um das Grundgerüst zu stellen. Dafür muss auf dem Gelände auch ein Baum gefällt werden. Das muss vorher natürlich alles mit dem Landbesitzer besprochen werden. Also laden wir die alte Frau ins Auto und fahren direkt zu ihm – er wohnt nur wenig hundert Meter entfernt. Nachdem Fr.Jonas dem Landbesitzer erklärt hat wie er die Hütte neu aufbauen möchte wird das Ganze mit Handschlag besiegelt. So einfach ist das hier – ohne Papierkram und Warten auf eine Baugenehmigung!
Heute ist mein letzter Abend in Bani – morgen kommen Ingrid und Peter mit Christa und Heribert um mich abzuholen. Ich verbringe diesen Abend mit Packen und anschließendem Abendessen mit den Schwestern. Bei einem gemeinsamen Glas Rotwein lassen wir den Tag ausklingen – Sr.Colette hat die Flasche von gestern geöffnet indem sie den Korken einfach in die Flasche gedrückt hat – so geht es natürlich auch!
Mittwoch, 3. Februar 2016
Ein Erholungstag
Mittwoch, 3.02.2016
Entgegen meiner ursprünglichen Planung fahre ich heute nicht nach Burgos sondern bleibe noch bis Freitag in Bani. Nachdem ich erst mal ausgeschlafen und gemütlich gefrühstückt habe schreibe ich die Postkarten, die ich gestern in Vigan noch gekauft habe. Sr.Colette begleitet mich dann zur City Hall wo ich die Karten gleich zur Post bringe – mal sehen ob sie vor oder nach meiner Rückkehr ankommen!
Danach verbringe ich den restlichen Vormittag im Haus von Fr.Jonas – hier ist das WLAN gut und ich kann meinen Blog aktualisieren. Zum Mittagessen bin ich bei den Schwestern und danach mache ich eine Siesta. Das ist sonst so gar nicht mein Ding, aber die Wärme macht müde. Viel passiert heute nicht mehr – ich verbringe den Rest des Tages mit Lesen. Zum Abendessen sind wir bei Pio eingeladen. Nach der Abendmesse fahren wir alle gemeinsam dorthin und verbringen einen netten Abend unter Freunden mit so aufregenden Fragen wie z.B. welche Art von Kopfkissen wir bevorzugen. Das zeigt mir, dass wir über das Stadium des Kennenlernens bereits hinaus sind und uns den wichtigen Themen des Lebens zuwenden können!
Nach unserer Rückkehr möchte mir Sr.Colette vor dem Zubettgehen noch einen Rotwein anbieten, aber auch mit vereinten Kräften schaffen wir es nicht den Korken aus der Flasche zu ziehen, so dass es heute bei einem Glas Wasser bleiben muss.
Dienstag, 2. Februar 2016
Trip nach Vigan - Teil 3
Dienstag, 2.02.2016 – Vigan-City und Rückfahrt nach Bani
Beim Frühstück treffen wir heute einen Priester, der nach seinem Schlaganfall von Bischof Marlo eingeladen wurde im Bischofshaus zu wohnen und sich wieder zu erholen. Er hat hier alle Hilfe die er braucht und muss sich um Essen und Trinken keine Sorgen machen. Wäre das bei uns auch möglich?
Nachdem wir unsere Zimmer geräumt und das Auto beladen haben fahren wir nach Cabayan. Dort besuchen wir einen Zoo. Der Gouverneur hat diesen Zoo auf eigene Kosten gebaut und man kann hier so exotische Tiere wie Zebras, Bengalische Tiger, Kängurus und Pythonschlangen sehen. Es gibt ein Schmetterlingshaus und einen Teich mit Koikarpfen. Die artgerechte Haltung dieser Tiere lässt allerdings zu wünschen übrig. Das gipfelt darin, dass man sich mit einem der Tiger oder der größten Pythonschlange fotografieren lassen kann. Eine weitere fragwürdige Attraktion dieses Zoos ist ein „Safari-Haus“. Eine Art Museum in dem verschiedene, vom Gouverneur bei Großwildjagden erlegte Tiere zu sehen sind – tot und ausgestopft. Vom Eisbär über Nashorn, Tiger und Zebra ist alles dabei - ein Gruselkabinett der bedrohten Tierarten. Zu allem Überfluss steht bei jedem ausgestopften Tier ein Bild des Jägers mit seiner toten Beute – echt gruselig. Der Höhepunkt der Selbstdarstellung ist eine Bildergalerie in deren Mitte ein Gemälde prangt das den Hausherren als griechisches Fabelwesen darstellt, halb Pferd halb Mensch – das ist an Scheußlichkeit nicht mehr zu überbieten.
Wohltuender Gegensatz zu diesem Erlebnis ist danach der Besuch einer großen Gärtnerei, genannt „Hidden Garden“. Hier können viele verschiedene Pflanzen bestaunt werden, man kann aber auch Samen und Setzlinge kaufen. Am Ende des Rundganges befindet sich dann noch ein Restaurant. Wer mich kennt weiß, dass ich für Grünpflanzen kein Händchen habe, aber wenn ich so etwas sehe wünschte ich mir schon das wäre anders – es gibt so viele wunderschöne Pflanzen.
Von dort geht’s dann weiter zu einer Töpferei. An zwei manuell betriebenen Töpferscheiben wird das Entstehen einer Vase demonstriert. Wer mag darf sich gerne selbst mal an die Scheibe setzen und sein Glück versuchen. Bei dem Rohmaterial aus der Region handelt es sich um roten Ton.
Nebenan ist dann der große Ofen in dem alle vorgefertigten Teile nach dem Trocknen gebrannt werden. Bei 1.300° C werden Töpfe, Vasen usw. 24 Stunden gebrannt. Der Ofen ist ca. 15 Meter lang und wird von oben und unten und von den Seiten befeuert.
Zum Schluss unserer Vigan-City Tour fahren wir zurück in die Innenstadt. Zuerst sehen wir uns die Kathedrale von innen an, dann gehen wir zum Markt wo wir eine verspätete Merienda bzw. einen frühen Lunch zu uns nehmen. Es gibt Empanadas, diesmal gefüllt mit Papayas, Fleisch und Ei – eine andere Variante als gestern. Während wir es uns schmecken lassen bestellt Fr.Divino noch weitere 25 Empanadas als Pasalubong (= Mitbringsel) für Fr.Jonas und die Schwestern. Es ist bereits 12.00 Uhr als wir uns auf den Rückweg nach Bani machen. Etwa 7 Stunden Fahrt liegen vor uns. Auf der Hälfte der Strecke werden wir noch bei einem Farmer in der Nähe von San Fernando La Union ein paar Saatkartoffeln abholen, die Nito bestellt hat. Da ein normaler Werktag ist, sind die Straßen entsprechend voller als am Sonntag und durch die vielen Baustellen kommen wir nur langsam voran. So sind wir erst eine Stunde später am verabredeten Treffpunkt um die Kartoffeln zu übernehmen. Als wir in Dagupan unsere Fahrt für das Abendessen unterbrechen ist es schon 18.00 Uhr und die Sonne bereits untergegangen. Unter normalen Bedingungen wären wir in ca. 1,5 Stunden zuhause in Bani, aber als wir um 19.00 Uhr losfahren geraten wir gleich in den nächsten Stau und der ist gewaltig, nur um durch Dagupan zu fahren brauchen wir eine Stunde. So erreichen wir dann mit erheblicher Verspätung um 21.15 Uhr endlich Bani. Die Schwestern erwarten mich bereits, denn Jasmine war früher am Abend schon da um ein paar Sachen abzugeben, die ich für ihre Familie mitnehme nach Deutschland. Also ihr lieben Knappichs – ihr könnt euch schon mal auf Geschenke freuen!
Der Trip war sehr schön, ich habe ein Menge gesehen – vielen Dank/maraming salamat po! an Dulce, Nito, Lita und Fr.Divino!
Trip nach Vigan - Teil 2
Montag, 1.02.2016 – Von Vigan nach Laoag über Batac
Nach einer erstaunlich erholsamen Nacht – irgendwann bin ich dann trotz des Lärmes eingeschlafen – finden wir uns um 7.00 Uhr im Bischofshaus zum Frühstück ein. Der Bischof ist leider nicht in der Stadt – bis gestern fand in Cebu der Internationale Eucharistische Kongress statt und dort ist er noch und kommt erst am Mittwoch zurück. Aber wie wir schon gelernt haben macht es nichts wenn der Hausherr nicht zuhause ist – die Gäste sind trotzdem willkommen. Die Schwester von gestern Abend führt uns nach dem Frühstück noch etwas herum und zeigt uns einen Teil des Bischofspalastes. Ein Saal ist fast so groß wie der Spiegelsaal in Versaille! Für seine Rundgänge müsste der Bischof also nicht mal das Haus verlassen – Nito meinte sogar er könne ein Hooverboard oder einen Segway gebrauchen.
Nach dem Rundgang setzen wir uns ins Auto und los geht’s. Wir fahren an der Küste von Vigan aus weiter Richtung Norden – unser erstes Ziel ist Batac. Hier sehen wir uns zuerst die Kirche an deren Patronat, wie Bani auch, die Immaculate Conception ist. Danach wollen wir uns das Geburtshaus von Ferdinand Marcos ansehen, aber hier wird gerade umgebaut und das Museum ist derzeit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Trotzdem interessant zu sehen was man hier so unter „Vergangenheitsbewältigung“ versteht. Einem Diktator, der vor 30 Jahren mit einer friedlichen Revolution seines Amtes enthoben und aus dem Land gejagt wurde, wird eine Art Gedenkstätte gebaut. In einem Fernsehbericht über die Philippinen, den ich vor meiner Abreise gesehen habe, wurde u.a. auch ein Künstler interviewt der sagte dazu: „..es gab eine Revolution, aber die alten Köpfe haben wir behalten…“. Die Familie Marcos sitzt inzwischen wieder in den politischen Ämtern. Der alte Ferdinand ist zwar tot, aber seine Frau Imelda (ja, die mit den 3.000 Schuhen) sitzt im Kongress und sein Sohn kandidiert für das Amt des Vizepräsidenten! Es ist wohl wie mit der Hydra, der immer neue Köpfe nachwachsen wenn man einen abschlägt. Da muss schon einer mit dem Haupt der Medusa kommen um der Sache ein Ende zu machen. Das liegt aber, wenn man der Sage glauben kann, auf dem Grund der Ägäis.
Nach unserem Rundgang gönnen wir uns zur Merienda frische Empanadas. Das ist eine Spezialität der Region – in Fett gebackene Teigfladen gefüllt mit Papaya, Ei und Mungobohnen - Masmasarap - sehr lecker!
Danach geht es dann weiter Richtung Norden nach Laoag. Das liegt schon in der Provinz Ilocos Norte. Auch hier besichtigen wir die Kirche – eine Marienkirche deren erste Version von Augustinern 1580 gebaut wurde. Eine Besonderheit hier – der Kirchturm steht nicht direkt neben der Kirche sondern ca. 50 Meter entfernt. Es handelt sich um eine Art Wehrturm von dem es eine unterirdische Verbindung zur Kirche gibt. Das stammt noch aus einer Zeit, wo der Norden der Philippinen immer wieder von feindlich gesinnten Nachbarn oder Piraten angegriffen wurde. Da war es sehr nützlich wenn man die Feinde schon von weitem kommen sah und sich entsprechend vorbereiten konnte.
Von hier aus geht's weiter zum Leuchtturm von Cape Bojeador – der höchste Punkt an der Küste. Der größte und wie es heißt am meisten gefilmte und fotografierte Leuchtturm der Philippinen. Von hier aus haben wir einen super Blick über die Küste und das Meer.
Noch weiter nördlich fahren wir bis zu einem Windmühlenpark, der hier erst vor etwa 10 Jahren gebaut wurde. An diesem Küstenstreifen stehen etwa 80 Windmühlen zur Stromgewinnung. Außerdem gibt es hier seit kurzem auch ein großes Feld mit Solarpanels. Direkt daneben ist ein Touristenspot wo es auch kleine Windmühlen als Schlüsselanhänger oder Kühlschrankmagnet zu kaufen gibt. Auch eine Art damit umzugehen – kann man es nicht verhindern muss man es für seine Zwecke nutzen. Anstatt zu jammern, dass die Windmühlen die Landschaft verschandeln und keine Touristen mehr kommen wird einfach ein Geschäft daraus gemacht.
An diesem Punkt fahren wir nicht mehr weiter nach Norden sondern drehen um und es geht zurück nach Vigan. Wir schaffen es noch pünktlich zum Spektakel der „tanzenden Fontänen“ das wie gesagt um 19.30 Uhr beginnt. Danach beschließen wir den Tag mit einem schnellen Abendessen im Chowking – ein chinesisches Fastfood-Restaurant. Für morgen steht Vigan auf dem Programm bevor wir nach Bani zurück fahren.
Trip nach Vigan - Teil 1
Sonntag, 31.01.2016 – Auf nach Vigan!
Während der zweiten Sonntagsmesse dringen noch verhalten die Trommeln von der Plaza zur Kirche herüber. Zur dritten Messe sind sie dann schon etwas lauter und danach startet dann unter lautem Trommelklang die Streetdance-Competition. Das Pakwan-Festival strebt dem Höhepunkt entgegen, aber wir verlassen heute den Trubel und starten nach dem Lunch Richtung Vigan. Wir, dass heißt Dulce, Nito, Lita, Fr. Divino und ich. In Vigan ist seit 2014 Bischof Marlo, der ehemalige Bischof von Alaminos, als Erzbischof eingesetzt. Fr.Divino ist unser Reiseführer – er hat in Vigan fünf Jahre studiert und kennt sich bestens aus. Die Fahrt führt uns erst Richtung Süden. Bei Dagupan wechseln wir dann auf die andere Seite des Golfs von Lingayen und fahren dann an der Küste entlang Richtung Norden. Die Landschaft unterscheidet sich nicht wesentlich von Pangasinan. Neben Reis- und Maisfeldern gibt es hier aber auch Tabakanbau. Auf Dulces Frage ob es etwas ausmachen würde wenn Mais neben Tabak angebaut würde meinte Nito bei der Ernte wäre das dann geräucherter Mais! Solche und andere Scherze machen die Fahrt kurzweilig und so vergeht die Fahrt wie im Flug. Nach fast 7-stündiger Fahrt erreichen wir bereits im Dunkeln Vigan. Unser Ziel ist der Palast des Bischofs neben der Kathedrale. Hier wohnen wir im Gästehaus das zum Pastoralcenter gehört. Nachdem uns die für das Haus verantwortliche Schwester Minda unsere Zimmer gezeigt hat gehen wir gleich in die Stadt, denn außer Mais, ein paar Erdnüssen, etwas Schokolade und Mandarinen haben wir seit Mittags nicht viel gegessen und haben entsprechend Hunger. Fr.Divino steuert zielstrebig das erste Restaurant neben der Kathedrale an und bestellt für uns alle ein paar typische Gerichte der Region – wir befinden uns übrigens in der Provinz Ilocos Sur. Wie immer geht es sehr schnell und das Essen steht auf dem Tisch. Schon nach einer Stunde sind wir fertig. Bevor wir zu unserem Quartier zurückkehren machen wir noch einen Verdauungsgang durch die „Altstadt“ von Vigan wo sich ein Andenkenshop an den anderen reiht. Auf der Straße kommen uns zwar keine Autos aber immer wieder Pferdekutschen entgegen. Das ist eine Besonderheit von Vigan und der Region – der zahlungswillige Tourist kann sich hier in einem Einspänner durch die Stadt kutschieren lassen. Die Touristen haben keine Hemmungen zu viert und mehr in der Kutsche Platz zu nehmen, die von nur einem ziemlich dürren Klepper über das Kopfsteinpflaster gezogen wird. Das grenzt schon an Tierquälerei und die Tiere tun mir richtig leid.
Auf dem Rückweg kommen wir über die Plaza vor der Kathedrale. Dort gibt es immer abends ab 19.30 Uhr je eine halbe Stunde Wasserspiele mit Musik. Aus verschiedenen Brunnen steigen im Takt von Musik Fontänen auf die auch noch von unten mit verschiedenfarbigen Lampen beleuchtet werden – ein tolles Spektakel für Einheimische und Touristen. Vor dem Stadtschriftzug machen wir noch ein Gruppenfoto bevor wir endgültig unser Quartier anstreben. Wir sind alle müde von der Fahrt und freuen uns auf ein weiches Bett. Mal sehen wie lange es dauert bis ich einschlafen kann – genau unter meinem Fenster ist die Partymeile wo die Karaokesänger um die Wette jodeln.
Samstag, 30. Januar 2016
Fiesta in Bani und Dacap Sur
Samstag, 30.01.2016
Heute ist Fiesta in Bani – das Pakwan-Festival strebt seinem Höhepunkt entgegen. Außerdem ist heute der Abreisetag von Jutta und Theo. Noch vor dem Frühstück sehen wir uns die Parade der „Drums & Lyras“-Formationen der Schulen aus Bani an, die schon früh um 6.30 Uhr an unserem Haus vorbei kommt. Auch Jasmine ist dabei, sie läuft zusammen mit den LehrerInnen die ebenfalls an der Parade teilnehmen. Dann frühstücken wir zusammen mit den Schwestern die gerade von der ersten Messe zurück gekommen sind. Zum Abschied dürfen wir uns noch in das Gästebuch eintragen.
Ich bin heute um 9.00 Uhr an der Kirche verabredet um mit Fr. Jonas, Dulce, Lita und Pio nach Dacap Sur zu fahren. Hier ist heute auch Fiesta und natürlich gibt es auch einen Festgottesdienst mit anschließender Taufe. Ich verabschiede mich von Jutta und Theo, die an der Kirche auf ihr Taxi warten das sie gegen 11.00 Uhr abholen und nach San Fernando bringen wird. Die beiden bleiben dort bis Anfang nächster Woche und fliegen dann mit 2-tägigem Zwischenstopp über Singapur zurück nach Hause.
In Dacap Sur angekommen beginnt der Gottesdienst „pünktlich“ nach Eintreffen des Pfarrers – also diesmal vor der verabredeten Zeit, da wir früh in Bani losgefahren sind. Nach dem Gottesdienst werden noch zwei kleine Mädchen getauft. Gegenüber der Kirche wartet man dann schon mit dem Mittagessen auf uns. Es zwar erst kurz nach elf, aber das stört hier niemanden.
Schon bald nach dem Essen machen wir uns auf den Rückweg. Wir sind noch in der Barangay Garrita zum Nachtisch eingeladen. Hier ist heute auch Fiesta (s.a. mein Reisebericht von 2015). Die Familie zu der wir fahren richtet das Essen aus für ein Alumni-Treffen. Das sind alle noch lebenden ehemaligen SchülerInnen der Highschool von Bani – Abschlussjahrgang 1964 – Lita und Pio gehören auch dazu! Diese Gruppe trifft sich regelmäßig einmal im Monat und zu besonderen Anlässen. Als wir kommen ist schon die Karaoke-Anlage in Stellung gebracht und die ersten Oldies werden gesungen. Die Stimmung ist schon ziemlich ausgelassen, was sicher auch daran liegt, dass hier schon dem Alkohol zugesprochen wurde – das kann man an den offenen Rotwein- und Schnapsflachen auf dem Tisch erkennen. Da es erst viertel nach zwölf ist wurde hier noch nicht mit dem Essen begonnen und Fr. Jonas spricht das Dankgebet bevor sich die SeniorInnen über die reich gedeckt Tafel hermachen in deren Mitte ein gebratenes Spanferkel thront! Ich bin schon so satt – wir hatten ja gerade erst Mittagessen – so versuche ich nur eine Kleinigkeit und gehe dann direkt zu Mango und Wassermelone über. Wir bleiben nicht lange, da Fr. Jonas nach Hause möchte ein Nickerchen machen.
Bevor ich auch nach Hause gehe um ein bisschen zu ruhen sehe ich mir auf der Plaza noch die Vorführungen der letzten zwei Schulen an, die an dem „Drums and Lyras“-Wettbewerb teilnehmen. Lange halte ich es aber nicht aus, da die Mittagsonne erbarmungslos auf uns niederbrennt und es nur wenig Schatten gibt. Den Akteuren auf der Plaza geht es noch schlimmer – bei ihrer Aufführung fließt der Schweiß in Strömen. Aber die Mädchen schwenken trotzdem tapfer ihre Fahnen und die Trommler und Lyra-SpielerInnen marschieren und spielen wie sie es in den letzten vier Wochen geübt haben. Morgen werden wir erfahren wer gewonnen hat!
Unser Tag endet heute mit einem gemeinsamen Abendessen der Partnerschaftsgruppe in Alaminos. Fr. Jonas hat vor einiger Zeit in einer Seitenstraße auf dem Weg von Alaminos nach Lucap ein kleines Restaurant entdeckt, das sehr gutes Essen zu moderaten Preisen anbietet. Er hat schon für uns bestellt und als wir eintreffen dauert es nicht lange und das Essen steht schon auf dem Tisch. Es gibt eine leckere Hühnersuppe, frisch gebratene und geräucherte Fische, verschiedene Gemüse, Tomatensalat, Schweineknie, Calamares, Pancit und natürlich Reis. Also ein typisch philippinisches Essen.
Danach machen wir in Lucap noch einen Spaziergang über die neue Strandpromenade. Wer lange nicht mehr hier war wird den Hafenbereich nicht wiedererkennen. Der Bereich zwischen altem Hafen und dem Restaurants Maxxims, wo früher Boote lagen, wurde mit einem Damm vom Meer getrennt und aufgeschüttet. Auf dem Damm führt jetzt die neue Promenade entlang an deren Ende neue Anlegestellen für die Ausflugsboote zu den Hundred Islands geschaffen wurden. Der kleine Markt wo Touristen Andenken kaufen können ist auch im Umbau und im Laufe dieses Frühjahres soll alles fertig werden – pünktlich zur Bürgermeisterwahl im Mai 2016 – denn der amtierende Bürgermeister möchte gerne wieder gewählt werden!
Freitag, 29. Januar 2016
Mahlgemeinschaft in Dacap Norte und Surip
Freitag, 29.01.2016
Heute können wir länger schlafen, denn wir werden erst um 9.30 Uhr abgeholt. So nehmen wir uns mehr Zeit für ein ausgiebiges Frühstück und starten dann Richtung Uplands nach Dacap Norte. Dort nehmen wir teil an einer Erstkommunionfeier in der Grundschule. Wie wir schon gelernt haben läuft das mit der Kommunion hier anders als bei uns. Das gilt nicht nur für die Vorbereitung sondern auch für die eigentliche Feier. Das Ganze findet in einem der Klassenzimmer statt. TeilnehmerInnen sind die Kommunionkinder, ihre Eltern, Geschwister und Angehörigen die an diesem normalen Werktag um 10.00 Uhr Zeit haben. Es gibt keine Anzüge und Kommunionkleider wie bei uns sondern die Kinder sind ordentlich gekleidet in dunkle Hosen/Röcke und weiße Blusen/T-Shirts. Die Mädchen tragen kleine weiße Schleier die wie Tortendeckchen aussehen. Ansonsten ist der liturgische Ablauf wie bei uns inklusive Gruppenbild mit Pfarrer. Danach gehen alle Kinder wieder in ihre Klassen und der Unterricht geht weiter.
Wir fahren von Dacap Norte weiter nach Surip ans Meer (chinesisch oder philippinisch? – wir hatten das schon). Dort verbringen wir den Nachmittag im Haus des ehemaligen Bürgermeisters von Bani – allerdings sind wir die Einzigen, denn der Hausherr weilt mit seiner Familie derzeit in Manila. So etwas gibt es nur hier, dass Gäste kommen und keiner ist zuhause!
Wir sitzen den Rest des Tages im Schatten eines großen Mangobaumes und essen, trinken und reden. Zwischendurch halten Jutta und Theo mal ihre Füße ins Meer und Lita und Pio sammeln Steine für Lita’s Garten. Rechtzeitig vor dem Dunkelwerden fahren wir zurück denn Fr. Divino muss pünktlich in der Kirche sein – heute Abend findet um 18.00 Uhr das Treffen der Vikariatspriester in Bani statt. Das Vikariat ist vergleichbar mit unserem Bezirk im Bistum - es werden die Priester aus Bolinao, Anda, Agno, Santiago Island und Zaragossa da sein. Danach essen wir gemeinsam. Es ist Jutta und Theo’s letzter Abend in Bani. Morgen werden die beiden abgeholt und nach San Fernando gebracht wo sie noch ein paar Tage Urlaub machen bevor sie zurück nach Hause fliegen.
Ich bleibe noch bis Mittwoch in Bani. Danach geht es für mich weiter nach Burgos zur Gemeinschaft von Fr. Aaron, wo ich die restliche Zeit mit Peter und Ingrid verbringen werde.
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