Mittwoch, 4. Februar 2015

Sonntag, 1.02.2015



Auch an diesem Morgen werden wir wieder von den Trommeln geweckt – diesmal um 5:30h. Bevor wir uns auf den Weg in die Kirche machen, nutzen wir noch die Gelegenheit uns die Parade der Schulen anzuschauen, die in ihren bunten Kostümen eine Kostprobe ihres Könnens an drums und lyras geben. Zwischendurch gibt es immer wieder bunt geschmückte Wagen der verschiedenen Barangays zu bewundern, alle zum Thema „Wassermelone“. Es ist fast wie am Rosenmontag in Mainz, sogar Bonbons werden von einem Wagen in die Menge geworfen. Schnell ist der Umzug an uns vorüber und wir gehen zur Kirche, denn der Gottesdienst beginnt pünktlich um 7:15h. Aufgrund der Fiesta ist die Kirche zu Beginn des Gottesdienstes nur halb gefüllt und Fr. Jonas hat alle Türen und Fenster zur Plaza hin schließen lassen, damit der Gottesdienst nicht zu sehr von den lauten Trommeln gestört wird. Gleichzeitig mit der Messe hat hier nämlich der „Drums and lyras“-Wettbewerb der Schulen begonnen.
Nach der Messe frühstücken wir gemeinsam mit Fr. Jonas und anschließend treffen wir die KatechetInnen zum informellen Austausch. Insgesamt gibt es für die 27 Barangays von Bani 37 KatechetInnen, darunter nur 3 Männer. Das Interesse von beiden Seiten ist sehr groß und nachdem die anfängliche Scheu der Filipinas verschwunden ist sind wir schnell in einem sehr angeregten Gespräch. Nach fast 2 Stunden beenden wir das Meeting mit dem Partnerschaftsgebet.
Nach dem Lunch laden wir unser Gepäck ein und Dulce und Nito bringen uns zurück ins Priesterseminar nach Makatiw. Noch verabschieden wir uns nicht endgültig denn wir werden uns in der kommenden Woche nochmal wiedersehen.
Im Laufe des Nachmittags kommen dann auch die Anderen aus Mabini und Salasa zurück und zum Abendessen sind wir wieder alle beisammen. Es gibt viel zu erzählen von den Erlebnissen und Eindrücken der vergangenen Tage.

Samstag, 31.01.2015



Obwohl unser Programm heute erst um 9:00h startet werde ich früh um 5:15h von den „Drums and lyras“ geweckt. Dieses Wochenende findet in Bani das jährliche Pakwanfestival statt (Fest der Wassermelonen – davon hatte ich letztes Jahr schon berichtet). Da ich wieder bei Ate Lita untergebracht bin, die in der Nähe der Schule wohnt, dringen die Trommelklänge schon in aller Frühe zu uns herüber und an Schlaf ist nicht mehr zu denken.
Um 10:00h nehmen wir teil an der Messe zur Barangayfiesta in Garrita, einem kleinen Vorort von Bani. Direkt im Anschluss an den Gottesdienst findet eine Taufe von insgesamt 21 Kindern im Alter zwischen 3 Monaten und 4 Jahren statt. So eine Massentaufe erlebe ich hier zum ersten Mal. Der Ritus ist ja derselbe, aber sonst mit Taufen bei uns nicht zu vergleichen – ein Gewusel von Kindern und Erwachsenen und mittendrin Fr. Jonas, der angestrengt versucht die ihm genannten Namen zu verstehen, damit der Täufling auch auf den richtigen Namen getauft wird. Nach diesem besonderen Ereignis sind wir zum Lunch bei einem der ehemaligen Barangayleaders, in etwa mit unseren Ortsvorstehern zu vergleichen. Es gibt Adobo (ein traditionelles Fleischgericht), Reis und zum Nachtisch, wie könnte es an diesem Tag auch anders ein, Wassermelone.
Nach einer etwas ausgiebigeren Siesta treffen wir am Nachmittag die Scholars aus unserem „Schülerförderungsprogramm“. Zur Zeit sind es drei Frauen, eine davon ist schon 31 und dreifache alleinerziehende Mutter. Alle drei befinden sich bereits am Ende der Ausbildung und werden voraussichtlich im März bzw. April ihren Abschluss machen. Durch den Wechsel unseres Programms von der 4-jährigen Collegeausbildung zu den 3 monatigen bis zu 1-jährigen praktischen Ausbildungen können wir jetzt in kürzerer Zeit mehr Scholars unterstützen. Nach diesem Austausch verbringen wir den Rest des Tages in unseren Gastfamilien, d.h. ich bei Ate Lita und Annette bei den Schwestern im Konvent, und treffen wieder zum Abendessen bei Fr. Jonas. Der Abend endet in fröhlicher Runde und heute wird es auch nicht so spät, denn am Sonntag ist die Messe schon um 7:15h.

Freitag, 30.01.2015



Annette, Friederike, Vanessa und ich werden Freitag früh schon um 8:30h von Nito und Dulce abgeholt, da für diesen Tag viel Programm vorgesehen ist. Wir starten mit der Teilnahme an einer Erstkommunion in der Elementaryschool in der Barangay Macabit. Als wir ankommen hat Fr. Jonas schon mit dem Gottesdienst begonnen, aber wir haben noch nicht viel verpasst. Hier läuft die Vorbereitung für die Kommunion über die Schulen. Alle SchülerInnen der 4.Klasse werden über einen Zeitraum von 4 Monaten von KatechetInnen in Wochenstunden vorbereitet und die Kommunionfeier findet dann auch in der Schule statt. Heute sind das hier insgesamt ca. 20 Jungen und Mädchen. Nach dem Gottesdienst und Gruppenbild gibt es noch die unvermeidliche Merienda und dann starten wir schon weiter zu unserer nächsten Station.
An der Elementaryschool in Luac warten schon die Kinder des Feedingprograms auf uns. Das ist jetzt schon die fünfte Schule, in der unser Feedingprogram stattfindet. Begonnen hat es im August 2014 mit Beginn des Schuljahres und endet im April 2015 vor den Sommerferien. Insgesamt gab es zu Beginn des Programms 49 unterernährte Kinder, davon sind heute nur noch 10 Kinder untergewichtig, alle anderen haben gut zugenommen und befinden sich in besserer Verfassung. Hier erwartet uns ein richtiges Programm mit Grußworten der verschiedenen Verantwortlichen, einer musikalischen Einlage der Kinder und natürlich müssen wir als deutsche Gäste uns vorstellen und auch ein paar Grußworte sagen. Überrascht werde ich am Ende damit, dass ich, in Vertretung für die Partnergemeinden in Deutschland, eine Plakette überreicht bekomme zum Dank für die Hilfe durch das Feedingprogram der Partnerschaft. Nach dem offiziellen Teil erhalten die Kinder ihr Mittagessen und auch wir haben hier unseren Lunch.
Danach geht es zurück nach Bani, wo wir an der Kirche eine kurze Pause machen. Hier funktioniert auch das WLAN-Netz etwas besser als in Alaminos, so dass wir mal wieder unsere Mails checken können und uns über die Wetterlage in Deutschland informieren, wo sich ja gerade der Winter wieder zurückgemeldet hat.
Nach der wirklich kurzen Siesta geht es weiter in die Elementaryschool in Bani zur SPED-class (für behinderte Kinder). Hier treffen wir nur die taubstummen Kinder mit ihrem Lehrer und Madame Pinky, welche die Klasse leitet. Bei meinem Besuch im letzten Jahr hatte ich Spenden aus Mengerskirchen und Waldernbach mitgebracht, die u.a. für den Bau eines Waschraumes verwendet wurden, der inzwischen fertig gestellt wurde und den ich mir natürlich auch ansehe. Aber es fehlt in diesem kleinen Klassenraum noch an so viel mehr – es gibt nicht genug Stühle für alle Kinder und die wenigen Tische sind in schlechtem Zustand. Da ich auch in diesem Jahr von Pfr. Walter Henkes wieder Spenden aus Mengerskirchen und Waldernbach dabei habe, gibt es sicher Möglichkeiten hier Abhilfe zu schaffen.
Nach dieser wirklich nur kurzen Stippvisite geht es weiter zur Elementaryschool nach Bogtong. Letztes Jahr fand hier das Feedingprogram statt. Die Schule liegt zwar nicht weit von der Hauptstrasse entfernt, aber die Straße dorthin ist so schlecht, dass sie sich bei Regen in eine gefährliche Schlammrutschbahn verwandelt die, wenn überhaupt, nur zu Fuß passierbar ist. Deshalb waren auch die Schulgebäude sehr alt und in schlechtem Zustand, da hier lange nichts mehr gemacht wurde. Das Fundament für den Bau von zusätzlichen Gebäuden war zwar schon vorhanden, aber mehr ist dort auch nicht passiert. Im Laufe des vergangenen Jahres hat Fr. Jonas mit Hilfe der übrigen Spendengelder aus dem Westerwald und weiteren Spenden von Freunden und Bekannten den Neubau unterstützt, so dass sich dort heute ein neues Schulgebäude mit insgesamt  drei Klassenräumen befindet. Außerdem gibt es eine moderne Toilettenanlage mit 5 normalen und einer Behindertentoilette, sowie eine zusätzliche Station zum Händewaschen. Zwar muss dafür das Wasser nach wie vor vom Fluss hochgebracht werden, aber es gibt dafür einen großen Tank. Während unseres Rundganges mit der Schulleiterin und den Lehrerinnen arbeiten die Kinder ruhig und konzentriert weiter, aber wir schaffen es doch ihnen für ein paar Bilder ein Lächeln zu entlocken.
Die Rückfahrt wird, wie schon die Hinfahrt, für die Passagiere auf der Ladefläche unseres vierradangetriebenen Autos zu einer staubigen Angelegenheit. Es gibt auch kaum Möglichkeit den Staub abzuwaschen, denn zurück in Bani wechseln wir nur kurz die Autos und fahren nach Lucap, wo Fr. Jonas uns sein persönliches Refugium zeigt: sein kleines Haus, wo er sich in seiner freien Zeit als Hobbygärtner betätigt und alles bepflanzt, was nicht weglaufen kann. Hier gibt es exotische Pflanzgefässe jeglicher Art – von alten Jeans über Toilettenschüsseln bis zu einem ausrangierten Toaster, überall sprießen Pflanzen heraus.
Danach fahren wir dann zum Dinner in ein besonderes Restaurant nach Dagupan. Unterwegs holen wir Caroline in Bugallon ab und in Salasa stoßen noch Harald und Antoinette mit Ihren GastgeberInnen, sowie Fr. Alex zu uns. So sind wir am Ende insgesamt 17 Personen. Vorausschauend hat Fr. Jonas das Essen schon vorbestellt und sobald alle sitzen wird auch schon aufgetragen. Es gibt leckere Fisch- und Fleischgerichte, Suppen mit Muscheln oder Shrimps und natürlich Reis. Nach etwa 1 ½ Stunden sind wir fertig mit Essen und fahren dann auch schon zurück, da der Weg nach Bani weit ist. Hier trennen sich für die nächsten zwei Tage unsere Wege von Antoinette, Caroline und Harald, die ja in Salasa bleiben bzw. Vanessa und Friederike, die im Priesterseminar übernachten und die nächsten beiden Tage in Mabini und Salasa verbringen werden. Erschöpft und voller Eindrücke sind wir dann nach 22.00h zurück in Bani und ich falle nur noch müde ins Bett.

Donnerstag, 29.01.2015



Da heute der Ausflug auf die Hundred Islands auf dem Programm steht, müssen wir nicht so früh los, was den LangschläferInnen unter uns zugutekommt. Wir machen einen Abstecher im Büro in Alaminos um die Berichte der letzten Tag in die Blogs zu laden. Während sich die Anderen dann auf den Weg nach Lucap machen wo schon der Bootsführer auf sie wartet bleibe ich im Büro und bin noch etwas fleißig. Dann fahre ich um 12.00h mit dem  Bus zurück, der jeden Tag nach Schulende die Seminaristen zurückbringt ins Priesterseminar. Die 9 jungen Männer, im Alter zwischen 17 und 27, die derzeit im Priesterseminar leben, sind sehr neugierig und laden mich zum Mittagessen ein, damit sie mir viele Fragen stellen können. Alle befinden sich in verschiedenen Stadien des Philosophiestudiums. Sie kommen aus den verschiedenen Barangays des Bistums. Sie leben im Priesterseminar und haben nur alle 4 Wochen die Möglichkeit ihre Familien zu besuchen.
Nach dem Essen bleiben wir noch etwas sitzen und ich werde mit Fragen über mein Leben in Deutschland gelöchert. Aber schon bald setzt die Müdigkeit ein und nach dem Spülen ist dann Siesta. Ich nutze auch die Gelegenheit für einen Mittagsschlaf der dann doch länger wird als geplant und schon bald ist die Gruppe von den Hundred Islands zurück. Das ist unser letzter gemeinsamer Abend vor dem Wochenende, denn ab Freitag sind wir alle für 3 Tage in den Partnergemeinden. Hiltrud und Matthias gehen natürlich Mabini, Antoinette nach Salasa und ich nach Bani. Da Harald und Annette aus keiner der deutschen Partnergemeinden kommen, haben wir beschlossen, dass Harald Antoinette nach Salasa begleitet und Annette mit mir nach Bani kommt. Caroline geht natürlich nach Salasa, ihrer bisherigen Heimatgemeinde und Vanessa und Friederike werden jeden Tag in einer der drei Gemeinden verbringen – sie starten in Bani.