Sonntag, 25. Januar 2015

Anreise 23./24./25.01.2015



Nach nicht mal einem Jahr (wer meinen Blog verfolgt erinnert sich) bin ich schon wieder auf dem Weg nach Alaminos. Meine inzwischen sechste Reise startet am Freitag, nach einem gemeinsamen Frühstück mit meinen Eltern und meinem Neffen Leo. Die drei bringen mich zur U-Bahn Haltestelle „Hohemark“ von wo ich mit dem ÖPNV den Weg zum Flughafen antrete. Da alle Anschlüsse klappen bin ich schon eine ¾-Stunde vor der verabredeten Zeit am Terminal 2 und verbringe die Wartezeit auf den Rest der Reisegruppe mit „Leute gucken“. Dieses Jahr besteht unsere Reisegruppe außer mir aus folgenden Personen: Antoinette aus Schwanheim, Matthias und Hiltrud aus Hofheim, Annett aus Hochheim, Harald aus Bonames und Vanessa von der Abteilung Weltkirche im BO aus Limburg.
Da die Tickets günstig waren, fliegen mal wieder mit Emirates, also über Dubai. Nach dem Einchecken bleibt nur kurze Zeit für ein letztes Gruppenfoto und Verabschiedung von denen, die daheim bleiben müssen. Als wir Passkontrolle (inzwischen voll automatisiert) und Sicherheitscheck hinter uns gelassen haben stellen wir fest, dass wir schon an der Flughafenkapelle vorbei sind. Also findet unser kleiner Reisesegen in einer Ecke des Wartebereichs vor dem Boarding statt. Von dort rufen wir ein letztes Mal Peter an, der leider seine Reise dieses Jahr aus Krankheitsgründen absagen musste, was wir alle sehr bedauern.
Der Flug von Frankfurt nach Dubai verläuft einigermaßen ruhig und angenehm. Wir haben viel Platz, da es sich um eines der größeren Flugzeugmodelle handelt (A380?? – da kenn ich mich zu wenig aus) und die Maschine nicht ausgebucht ist. Die 6 Stunden bis Dubai vergehen schnell und wir landen in der hell erleuchteten Stadt inmitten der Wüste um 23:55h Ortszeit. Jetzt müssen wir bis 3:30h warten – dann startet unser Anschlussflug nach Manila. Die Wartezeit überbrücken wir mit einem Spaziergang durch die Geschäfte des Flughafens. Trotzdem es mitten in der Nacht ist, kommt man sich vor, wie am Samstag auf der Zeil. Dubai ist in dieser Region ein Drehkreuz für Flüge aus und in alle/n Richtungen und das rund um die Uhr, sowas wie ein Nachtflugverbot ist hier nicht bekannt.
Der zweite Teil der Reise verläuft dann schon etwas beengter als der erste. Die Maschine ist fast voll und auch kleiner. Trotzdem versuchen wir zu schlafen, da sich die Müdigkeit inzwischen eingestellt hat. Das gelingt Einigen mehr, den Anderen weniger. Bei unserer Landung in Manila sind dann alle aber wieder wach. Wir landen um 16:00h am neuen Terminal 3 – das war letztes Jahr noch im Bau und wurde kurz vor dem Pabstbesuch eröffnet. Wir sind mit Sr. Carol im Abholbereich im Sektor XYZ verabredet. Als wir aus dem Flughafengebäude kommen gibt es aber nur die Sektoren 1-9. Nach einem Telefonat mir Sr. Carol stellt sich heraus, dass sie uns am „alten“ Terminal 1/2 erwartet hat. Nach ½ Stunde sind die Abholfahrzeuge dann da und aufgrund der fortgeschrittenen Zeit verabreden wir direkt zum Abendessen zu fahren und danach erst in den Konvent, wo wir übernachten.
Eigentlich könnte es dann los gehen, aber in dem Abholbereich geht es auf einmal nicht mehr vorwärts. Die Autos stehen in drei Spuren und wir brauchen mehr als 2 Stunden um aus dem Flughafenbereich heraus und auf die andere Seite zu kommen in Richtung Hafen. Das liegt neben dem hohen Verkehrsaufkommen u.a. auch daran, dass sich die 3-spurige Trasse am Ende des Flughafenbereichs auf eine Spur verengt und dann in den zäh fließenden Verkehr mündet. Das ist hier natürlich nicht mit Ampeln geregelt und so fahren alle auf einmal los und kreuz und quer. Aber irgendwann schaffen wir es dann doch noch zum Hafen, wo wir in einem Restaurant Fisch und Meeresfrüchte essen, die wir vorher noch auf dem direkt daneben liegenden Markt gekauft haben. Müde und satt kommen wir dann so gegen 22:30h im Konvent der Salvatorian Sisters an, wo wir direkt unsere Zimmer beziehen und schlafen gehen.
Der Sonntag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück mit Mangos, Toast mit Marmelade und Rührei. Dann starten wir direkt in Richtung Alaminos. Da kein Werktag ist sind die Straßen angenehm leer und wir erreichen bald den Highway nach Norden. In Tarlac, wo wir sonst immer unsere Mittagspause einlegen, machen wir eine kurze Pause und fahre dann direkt weiter, da es für Lunch noch zu früh ist. Gegen Mittag sind wir schon in Mangatarem, wo wir unser Mittagessen im einzigen Restaurant am Ort einnehmen. Mit uns sind aber auch viele Andere auf diese Idee gekommen und so ist das Lokal voll und wir müssen ca. eine ¾-Stunde warten bis wir uns endlich zum Essen setzten können. Viele Tische sind reserviert, u.a. auch für eine Hochzeit mit mehr als 30 Personen. So kann man natürlich auch den schönsten Tag im Leben verbringen – Essen in einem Fastfood-Restaurant. Es kann sich halt nicht jeder eine opulente Feier leisten.
Nach einer kurzen Stipvisite in der Kirche machen wir uns auf den Weg die letzten Kilometer bis zum Priesterseminar hinter uns zu bringen. Wir kommen gegen 15:00h in Makatiw an und werden von 5 der 9 Seminaristen willkommen geheißen.  Um 18:00h gibt es einen Gottesdienst mit Fr. Mel und den Priestern und Freunden aus den Partnergemeinden. Bis dahin haben wir Zeit anzukommen, unsere Koffer auszupacken und  schon die Umgebung des Priesterseminars zu erkunden.
Den Gottesdienst feiern wir mit den Delegationen aus unseren 3 Partnergemeinden Bani, Mabini und Salasa und natürlich mit Carolin und Friederike, den beiden Freiwilligen, die die nächste Woche mit uns verbringen werden. Nach dem Gottesdienst und Abendessen folgt ein kleines Programm mit der Vorstellung der verschiedenen Gruppen und einem gemeinsamen Lied zum Abschluss. Wie nach „Filipino-Time“ üblich endet die Veranstaltung noch vor 21.00h, denn viele haben einen etwas weiteren Heimweg und Montag ist für die meisten wieder ein Arbeitstag.
Nachdem alle Gäste gegangen sind sprechen wir mit Sr. Carol noch das Programm der nächsten 14 Tage durch und beenden unsere Rund bald, denn nach zwei Reisetagen mit wenig Schlaf benötigen wir alle ein bisschen Erholung. Von lauter Karaokemusik aus der Nachbarschaft werden wir mehr oder weniger sanft in den Schlaf gesungen.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Aufbruch nach Alaminos

Es ist Donnerstag, 22.01.2015 - 23:49h und der Koffer ist endlich gepackt. Kaum zu glauben, aber das wird jetzt schon meine 6. Reise nach Alaminos! Hätte mir früher jemand gesagt, dass Südostasien mal mein Lieblingsreiseziel wird den hätte ich doch glatt für verrückt erklärt!
Dieses Jahr fliege ich nicht alleine sondern wieder mit einer Gruppe. Die ersten beiden Wochen verbringen wir in Alaminos und nach einem Kurzbesuch bei Preda in Olongapo wird ein Teil der Gruppe nach Hause fliegen und der Rest (auch ich) besucht noch Christian Maier und seine Familie in Bontoc. Das wird dann auch der etwas touristischere Teil der Reise, denn wir werden uns u.a. die Reisterassen in Banaue anschauen - ein Weltkulturerbe. Wen es interessiert - hier kann man dazu Informationen finden:  http://www.weltkulturerbe.com/weltkulturerbe/asien/reisterrassen-philippinen.html.
So, jetzt gehe ich ins Bett, denn ich bin morgen früh bei meinen Eltern zum Frühstück verabredet und dann werde ich an die Bahn gebracht und mache mich auf den Weg zum Flughafen.
Also dann, bis bald auf dieser Seite!


Freitag, 14. Februar 2014

Manila - Heimreise



Freitag, 14.02.2014
Heute ist der Abreisetag. Das heißt Aufstehen um 4.00h und Abfahrt um 5.00h. Es sind zwar „nur“ ca. 300 km von Burgos nach Manila zum Flughafen, aber aufgrund der Straßenlage (Baustellen) und Verkehrsbedingungen in Manila muss mehr Zeit gerechnet werden. Mein Flug geht um 17.20h und ich muss spätestens zwei Stunden vorher da sein.
Zuerst einmal kommt Alex, unser Fahrer, zu spät, da er seine Brille nicht finden kann. Als diese dann endlich aufgetaucht ist fahren wir endlich um 5.30h los. Außer mir fahren auch Peter und Ingrid nach Manila, außerdem werden wir begleitet von Bruder Daryl und Arden, dem Sohn der Köchin Irene, der heute zum ersten Mal in seinem jugendlichen Leben Manila sieht. Da Alex die Strecke von Burgos bis nach Tarlac quasi fliegt haben wir dort genug Zeit für eine Frühstückspause. Schon lange habe ich als Beifahrerin keine Angst mehr gehabt, aber heute wurde es mir doch manchmal mulmig bei dieser Fahrweise.
Auch auf dem Highway kommen wir gut voran und erreichen schon gegen 10.00h die Stadtgrenze von Manila. Von hier aus dauert es aber noch zwei Stunden bis wir den Flughafen erreichen. Verstopfte Straßen, „Stop-and-Go“ – der übliche Wahnsinn in dieser Metropole, die inzwischen um die 13 Millionen Einwohner zählt. Wir erreichen den Flughafen um 12.30h und dann muss die Verabschiedung schnell gehen, denn im Abflugbereich gibt es nur Kurzzeitparkplätze. Die Anderen fahren weiter zum Haus der OC’s in Manila zum Lunch. Sie werden hier auch übernachten und morgen noch auf den Markt gehen bevor sie nach Burgos zurück fahren. Ein wenig beneide ich Peter und Ingrid, dass sie noch zwei weitere Monate hier bleiben können.
Ich begebe mich direkt ins klimatisiert Flughafengebäude zum Einchecken. Da ich schon so früh hier bin rechne ich mit einer längeren Wartezeit, aber kurz nachdem ich angekommen bin und den Bereich für Qatar Airways gefunden habe, beginnt schon das Einchecken, so dass ich die Wartezeit bis zum Boarding um 16.20h bequem in der Flughafenlounge verbringen kann. Im Wartebereich zum Boarding erwartet mich dann ein Eindruck auf das kalte Wetter in Europa. Drei große Klimaanlagen haben den Raum auf Kühlschranktemperatur herunter gekühlt. Da ich einen Platz in den vorderen Reihen habe, und das Flugzeug von hinten nach vorne gefüllt wird muss ich bis zum Schluss in dieser Eiseskälte aushalten.
Während ich das hier schreibe sitze ich schon in Doha am Flughafen – es ist 23.50h Ortszeit und mein Anschluss nach Frankfurt geht um 2.20h, d.h. noch 2 ½ h Wartezeit – und dann noch 6 Stunden Flug bis Frankfurt. Diesmal wird es dort für mich kein Empfangskomitee geben, da ich schon um 6.55h lande. Ich werde, wie ich es schon zu Beginn meiner Reise gemacht habe, mit S- und U-Bahn fahren und mich wieder an der HOHEMARK in Oberursel abholen lassen.
Hier endet meine fünfte Reise auf die Philippinen. Aber es wird sicher nicht die Letzte bleiben. Die Planung für die nächste Gruppenreise läuft schon. Allen die meinem Blog gefolgt sind vielen Dank für das Interesse – bleibt der Partnerschaft verbunden – Mabuhay!

Burgos - Abschied



Donnerstag, 13.02.2014
Mein letzter Tag in Burgos! Heute ist unser Backtag. Nach dem Frühstück tragen Ingrid und ich alle Zutaten und Hilfsmittel ins Haupthaus um dort den Teig für die Cantucci vor zu bereiten. Hier haben wir genug Platz dafür und stören nicht die Vorbereitungen fürs Mittagessen in der großen Küche. Nach einer halben Stunde Wartezeit fährt uns Peter dann zur Bäckerei. Vorher müssen wir allerdings noch die Brüder an der Schule absetzen wo sie heute Dienst haben. Dann backen wir unsere Cantucci mit Erdnüssen – besser gesagt wir lassen backen. In der Bäckerei läuft heute die Produktion auf Hochtouren, da morgen Markttag ist und dafür wird vorgebacken. Der Bäcker wurde aber informiert, dass wir kommen und hat uns schon erwartet. Unsere kleine Menge ist schnell auf drei Bleche verteilt und der erste Durchgang kann starten. Wer noch keine Cantucci gemacht hat: der Teig wird zuerst in Rollen gebacken, danach werden die Rollen in Scheiben geschnitten und diese nochmal gebacken – so ähnlich wie Zwieback. Der Teig ist etwas mürbe, so dass die Plätzchen etwas krümelig werden, aber das tut dem Geschmack keinen Abbruch. Wir sind zwar schnell fertig aber verlassen die Bäckerei trotzdem schweißgebadet, denn zu der Hitze draußen kommt hier noch die Wärme von drei Backöfen. Schon ist der Vormittag vorbei und es ist Zeit für Lunch.
Den Nachmittag verbringe ich mit Packen, denn morgen geht es früh los und heute Abend findet noch eine kleine Abschiedsparty statt. Peter hat gestern mit Magdalena telefoniert, die von ihrem Zwischenseminar aus Davao zurück gekommen ist – sie kommt wird auch kommen.
Kurz vor Beginn der Messe um 18.00h treffen dann die Leute aus Bani ein – Fr. Jonas, Fr. Divino, Nito, Dulce, Lita und Pio sind gekommen. Gemeinsam mit den Brüdern feiern wir alle im Lumen den Gottesdienst. Anschließend treffen wir uns in der „Limburg Hall“ zu dem vorbereiteten Dinner – auch aus Bani wurden ein paar leckere Gerichte dazu beigetragen und natürlich darf die berühmte Pakwan nicht fehlen (wer sich erinnert – es handelt sich um Banis bekanntestes Produkt – die Wassermelone). Auch die Küchencrew ist gekommen und alle die sonst noch hier arbeiten. Wir sind eine nette kleine Runde die später noch von Fr. Meris und Fr. Paul ergänzt wird, die extra aus ihren Gemeinden gekommen sind um mich zu verabschieden - das freut mich besonders.
Wie gestern in dem Seminar „Protection of mother earth“ vereinbart, wird heute von Peter und Fr. Aaron zum ersten Mal die Mülltrennung nach dem Essen und das neu eingeführte „Spülen mit heißem Wasser“ durchgeführt. Am Ende stehen aber doch Magdalena und zwei von den Brüdern am Spülstein, die währenddessen gemeinsam singen und so die Arbeit fast Spaß zu machen scheint. Nicht dass Peter und Fr. Aaron sich gedrückt hätten – es hat sich einfach so ergeben.
Wie es hier üblich ist, bleiben wir nach dem Essen noch eine Weile zusammen, aber schon bald verabschieden sich die Leute aus Bani. Sie haben mir Geschenke für alle daheim gebliebenen mitgebracht, die ich irgendwie noch in meinem Gepäck unterbringen muss.
Das Spülen wird unterbrochen, da nicht genug warmes Wasser vorhanden ist und neu gekocht werden muss. So nutze ich die Gelegenheit, mich bei allen für die Gastfreundschaft der letzten Tage zu bedanken und verspreche bald wieder zu kommen. Dann verabschiede ich mich von allen, da wir morgen früh um 5.00h schon starten und die meisten da noch schlafen werden. Das gilt auch für Magdalena, die zwar hier schläft und morgen erst nach Mabini zurück fährt. Schade, dass unsere Begegnung hier nur so kurz war.

Mittwoch, 12. Februar 2014

Burgos



Mittwoch, 12.02.2014
Nachdem wir gestern früh raus mussten haben wir heute Zeit zum Ausschlafen. Nach einem gemütlichen Frühstück haben Peter und Ingrid eine Verabredung mit den Brüdern, die in der hiesigen Elemtaryschool unterrichten, zur Supervision. Die für mich freie Zeit nutze ich um meinen Blog auf den neuesten Stand zu bringen. Danach fahren wir dann alle gemeinsam zur Schule. Auch hier gibt es ein Feedingprogram, ähnlich wie in Bani. Nach der üblichen Begrüßung „Good Morning Visitors“ können Ingrid und ich dem Unterricht noch ein wenig folgen. Die Lehrerin unterrichtet gerade Englisch. Da es keine entsprechenden Lehrbücher für die Kinder gibt, hängt an der Tafel ein selbst geschriebenes Plakat von dem die Kinder die Sätze ablesen müssen. Heute geht es um „Wer“, „Was“ und „Wo“. Da die Kinder in den Familien nur Tagalog bzw. den hiesigen Dialekt Ilocano sprechen muss Englisch, wie bei uns auch, als Fremdsprache gelernt werden.
Zum Lunch geht dann ein Teil der Kinder nach Hause, die anderen bleiben in der Schule und essen alle zusammen in einem Klassenraum. Auch hier gibt es für die Kinder Reis und eine Art Fleischgemüseeintopf. Dieses Feedingprogram wird unterstützt durch die Privatinitiative einiger Mitglieder der philippinischen Gemeinde Frankfurt und an zwei Schulen durchgeführt. Als der Unterricht um 13.00h wieder beginnt und keiner der Brüder Ingrid auffordert an seiner Stunde teil zu nehmen (ein Angebot aus der Supervision) lassen wir uns von Peter wieder abholen. Da wir bereits in der Schule mit den Kindern gegessen haben, können wir gleich unsere Siesta beginnen.
Als nächstes steht um 16.00h dann der dritte Teil des Seminars „Protection of mother earth“ auf dem Programm. Peter und Ingrid hatten zu Beginn Ihrer Zeit hier schon damit begonnen. Heute geht es unter anderem um „Hygiene“. Da ich für Ingrid hierzu schon Informationen über das richtige Händewaschen im Internet gefunden hatte, bittet mich Peter diesen Teil zu übernehmen. Ich suche mir zwei Freiwillige und jeder bekommt etwas Lotion, um die Hände etwas fettiger zu machen. Um Bakterien und Keime zu simulieren verwende ich bunten Glitter. Dann folgt eine Demonstration wie sich Keime über Handkontakt verbreiten und wie sie durch die richtige Waschtechnik entfernt werden können.
Nach dem Seminar bereiten Ingrid und ich die Erdnüsse vor, die Irene uns vom Markt mitgebracht hat. Ich möchte morgen Cantucci backen und da es hier keine Mandeln gibt habe ich mich entschlossen stattdessen Erdnüsse zu verwenden, die allerdings noch geschält werden müssen. Während wir dabei sind kommt Lolita in Begleitung ihrer Tochter Grace zur Fußpflege. Lolita ist eigentlich die Lehrerin an der Grundschule, wo wir am Morgen waren. In ihrer Freizeit macht sie Maniküre und Pediküre bei Fr. Aaron. Peter und Ingrid haben diesen Service auch schon wahrgenommen und ich lasse mich auch überzeugen und erhalte heute die erste Fußpflege meines Lebens! Heute Abend essen wir nicht mit den Brüdern. Ich übernehme das Kochen und es gibt Bratkartoffeln mit Spiegelei und Tomatensalat. Unser letzter gemeinsamer Abend zu dritt in unserer kleinen Kurzzeit-WG. Morgen Abend findet nach dem Gottesdienst anlässlich meines Abschieds ein gemeinsames Essen mit allen Brüdern und MitarbeiterInnen, sowie den Leuten aus Bani und Fr. Rey statt. Nicht zu fassen, aber meine Zeit hier neigt sich schon wieder dem Ende zu.

Dienstag, 11. Februar 2014

Organic Farming / Salasa+Dagupan



Montag, 10.02.2014
Heute sind wir schon wieder in Bani verabredet. Um 9.30h treffen wir uns mit Nito und Dulce an der Kirche um gemeinsam zu ihrer Farm zu fahren. Zwei der Brüder, Brother Archie und Brother Christian begleiten uns, da die beiden etwas über „Organic Farming“ lernen sollen. Nito betreibt seit etwa drei Jahren außerhalb von Bani eine Bio-Farm auf der er organischen Dünger herstellt und diesen verkauft bzw. dafür verwendet Gemüse an zu bauen und Obstbäume zu pflanzen. Seit er nicht mehr politisch tätig ist und Dulce auch nicht mehr in der Gemeindeverwaltung arbeitet widmen sich die beiden ganz der Farm. Neben der Herstellung des organischen Düngers aus Wasserbüffeldung (siehe auch mein Bericht von 2012/2013) hat Nito die Anpflanzung von verschiedenen heimischen Obst- und Gemüsesorten ausgebaut. Die Setzlinge dafür kultiviert er derzeit noch in dem kleinen Vorgarten seines Wohnhauses in Bani. Aber schon bald wird er diese auf die zweite Farm verlegen, die er seit Beginn des neuen Jahres aufbaut. Das Gewächshaus dafür steht schon. Neben dieser Arbeit ist Nito auch als Botschafter in Sachen „Organic Farming“ unterwegs. Er gibt sein Wissen darüber an Farmer aus der ganzen Diözese Alaminos weiter. In einer Woche z.B. , wenn ich schon wieder zuhause bin, kommt Fr. Bok mit 10 Farmern aus Mabini auf die Farm zu einem kleinen Seminar.
Nach der kleinen Besichtigung haben Dulce und Nito ein Picknick vorbereitet und so müssen wir uns an diesem Tag nicht selbst um unser Mittagessen kümmern wie es eigentlich geplant war.
Nach unserer Rückkehr machen wir nur eine kurze Pause. Ingrid und ich stürzen uns dann in die Vorbereitungen für das Kochen der Mangomarmelade. Zuerst bereiten wir die Früchte vor. Am frühen Nachmittag unterbrechen wir diese Arbeiten und fahren nach Alaminos. Ingrid macht ein paar Besorgungen. Peter muss im Bischofsbüro mit Anette Geldangelegenheiten regeln und ich besuche Sr. Carol. Auf dem Rückweg nach Burgos sammeln wir Fr. Aaron und zwei der Brüder an der Bank auf. Anschließend kümmern wir uns weiter um die Marmelade, d.h. ich spüle die Gläser und koche sie aus, während Ingrid von Lolita eine Maniküre bekommt. Da bis zum Abendgebet nicht mehr viel Zeit bleibt entscheiden wir uns dafür die Marmelade nach dem Abendessen zu kochen. Stattdessen helfe ich Br. Mike in der Küche noch bei den Vorbereitungen.
Als wir um 19.30h zum Abendgebet in die Lumen-Kapelle kommen ist alles für eine Messe vorbereitet, die von Fr. Paul gehalten wird. Nach dem Vorlesen des Evangeliums (die Geschichte von Jesus, Martha und Maria) bittet Fr. Paul Peter etwas dazu zu sagen. Peter ist natürlich nicht darauf vorbereitet und schlägt vor, den Text nochmal langsam Satz für Satz zu lesen. So haben wir anstatt Predigt eine Art Bibelteilen. Man muss hier doch immer wieder auf Überraschungen vorbereitet sein!
Während der Messe wurde vor dem Haupthaus schon alles für ein Dinner unter freiem Himmel vorbereitet. Heute lassen wir es nicht so spät werden, da Ingrid noch die Marmelade kochen will. Die Ausbeute sind vier Gläser aus ca. 1kg Früchten und 1kg Zucker, und ein kleiner Rest, den wir zum Frühstück essen werden. Fr. Aaron möchte gerne eine kleine Marmeladenproduktion starten, aber dafür fehlen bisher noch einige Grundvoraussetzungen. Angefangen bei einer exakten Waage, den richtigen Töpfen und Gläsern bis hin zu den idealen hygienischen Bedingungen. Man muss abwarten ob tatsächlich etwas daraus wird.
Dienstag, 11.02.2014
Heute fahren schon früh um 7.00h (sharp!) nach Salasa zum Festgottesdienst – dem eigentlichen Jubiläumstag der Kirche Our Lady of Lourdes – der von Fr. Rey gehalten wird. Außer Br. Dariel und Br. Joel sind alle Brüder dabei. Die Messe dauert fast 1 ½ Stunden während dieser Zeit füllt sich die Kirche mehr und mehr. Am Ende des Gottesdienstes bildet sich vor der Lourdesgrotte im Altarraum eine lange Schlange von Menschen, die alle die Mutter Gottes berühren möchten. Das ist eine Art Frömmigkeit, die mir vollkommen fremd ist – vielleicht auch deshalb weil es das bei uns in dieser Form schon lange nicht mehr gibt.
Nach dem Gottesdienst, hat uns Fr. Rendrix zum Lunch in den Convent eingeladen. Dort treffen wir auf Fr. Rey und auch Fr. Windell ist gekommen, den ich bisher noch nicht getroffen habe.
Anschließend machen wir uns auf den Weg nach Lingayen, der Hauptstadt der Provinz Pangasinan. Dort verbringen wir die Mittagszeit an dem Strand, wo 1941 die Landung der japanischen Truppen stattfand und in einem kleinen Park an die berühmte Rede des amerikanischen Generals MacArther erinnert wird („I shall return“) der auf den Philippinen als Befreier verehrt wird. Der Strand ist sehr lang und sehr sauber aber menschenleer. Außerdem ist es sehr heiß und so suchen wir uns einen Platz im Schatten. Wie an vielen Stränden in dieser Gegend gibt es auch hier kleine Bambushütten die gegen Gebühr für ein Picknick vermietet werden. Kaum angekommen wird auch schon wieder Essen ausgepackt. Daran werde ich mich auch nicht gewöhnen – kaum ist man vom Mittagstisch aufgestanden gibt es schon wieder Merienda. Während unseres Aufenthaltes am Strand habe ich Gelegenheit die Brüder etwas näher kennen zu lernen. Die meisten sind noch nicht so alt, ca. Anfang 20 – Raha, der Jüngst ist erst 18. Mike ist mit 25 Jahren der Älteste und um einiges ernsthafter als die Anderen, die mir manchmal einen noch sehr verspielten Eindruck machen.
Wir sind heute Nachmittag noch in Dagupan bei Bischof Cabrera, dem ehemaligen Bischof der Diözese Alaminos eingeladen und hoffen dort auch Ester Alkonga zu treffen, die ja auch lange für das Bistum Alaminos im Bereich Social Action tätig war. Da wir bis dahin etwas Zeit haben und auch nicht zu früh dort auftauchen können werden wir noch einige Abstecher machen. Zuerst besuchen wird die in Dagupan ansässige Niederlassung des Ordens der Mutter Teresa (Missionaries of Charity) der hier ein Krankenhaus und Kinderheim betreibt. Wieder mal ein Ort des Friedens und Glückseligkeit inmitten von Armut. Ich bin überrascht von den Brüdern, die wie selbstverständlich mit den Kindern spielen und sogar Babys auf den Arm nehmen – für Jungs in diesem Alter doch eher selten. Daran merkt man, dass diese Jungen anders sind und ich beginne zu verstehen warum sie sich für ein Leben in einer Ordensgemeinschaft entschieden haben.
Im krassen Gegensatz dazu steht dann unser Zwischenstopp bei Fr. Aarons Benzinlieferanten, zu dem er hinfährt um einige Absprachen zu treffen. Das Gelände der Firma ist von einer hohen Mauer und Stacheldraht umgeben und die Einfahrt wird von einem Mitarbeiter mit Maschinengewehr bewacht, der unseren Wagen argwöhnisch betrachtet als wir uns dem Gelände nähern. Erst nachdem Fr. Aaron mit ihm gesprochen hat wird sein Gesicht etwas freundlicher und als wir es verlassen winkt er uns sogar zu.
Nachdem wir jetzt genug Zeit totgeschlagen haben fahren wir direkt zum Haus von Bischof Cabrera bzw. dem Haus seiner Schwägerin wo er lebt. Dort treffen wir auf Ester, die uns schon erwartet hat. Der Bischof ist noch unterwegs und wird in Kürze zurück kommen. Trotzdem werden wir schon hereingebeten und mit Kaffee und kalten Getränken versorgt. Das habe ich bisher auch nur hier erlebt, dass die Gäste ganz selbstverständlich ins Haus gebeten werden, obwohl der Hausherr nicht anwesend ist. Die Jungen verbringen die Wartezeit mit Fernsehen während wir zu Ester gehen, die gegenüber wohnt, und die Zeit nutzen von ihr zu erfahren, wie es ihr geht und was sie macht. Erst nach zwei Stunden ist Bischof Cabrera endlich da. Das Dinner wurde in der Zwischenzeit schon vorbereitet und so geht es nach der Begrüßung gleich zum Essen.
Ich habe den Bischof zuletzt 2010 zum 25-jährigen Jubiläum der Diözese Alaminos gesehen – er erscheint mir genauso agil und aktiv wie eh und je. Und durch die gefärbten Haars sieht er immer noch relativ jung aus. Während des Austauschs über die Ereignisse und Aktivitäten der letzten Jahre vergeht die Zeit wie im Flug und erst als Fr. Aaron um 19.30h zum Aufbruch mahnt merken wir wie spät es schon ist. Deshalb entgeht uns diesmal auch das Vergnügen einer privaten Karaokeveranstaltung, worüber ich nicht sehr traurig bin, kann ich doch nicht so gut singen. Wir verabschieden uns, nicht ohne das Versprechen bald wieder zu kommen.